Warum man Enten nicht füttern sollte…

Häufig sieht man an Seen Schilder, die das Füttern von Enten untersagen oder davon abraten. In diesem Artikel erfahren Sie was die Gründe für solche Verbote sind.

Wichtig: Die Tiere finden – auch im Winter – in der Natur genug Nahrung!
Das Betteln der Tiere wird durch die intensive Fütterung ausgelöst und bedeutet nicht, dass die Tiere zu wenig Nahrung finden.

Der wohl wichtigste Grund für Schilder gegen Entenfüttern ist die Auswirkung von Brot im Wasser in Verbindung mit zusätzlich ausgeschiedenem Entenkot, was – bedingt durch chemische Abbauprozesse – zu einem sogenannten Umkippen des Sees führen kann. . Dabei wird der natürliche Kreislauf von Zersetzungsprozessen im Wasser derart gestört, dass es zu Sauerstoffmangel kommt und den Organismen damit die Lebensgrundlage entzogen wird. Es kommt zu einem Fischsterben und es entsteht ein fauliger Gestank.

Brot oder ähnliches Gebäck wird am häufigsten verfüttert. Dieses Futtermittel schadet den Tieren mehr als das es ihnen hilft. Das liegt vor allem an den Inhaltsstoffen in diesem Futter: Für Menschen normale Mengen Salz können einer Ente schaden, da sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht von 0,7 bis 1,6 kg zu viel davon mit dem Brot zu sich nimmt.
Zudem enthält Brot auch Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker, die für Menschen- und nicht Entenmägen ausgelegt sind. Zudem können Enten diese Nahrung auch nicht richtig verdauen. Damit bringen diese Zusatzstoffe den Stoffwechsel der Tiere aus dem Gleichgewicht, was für diese gefährlich werden kann.
Stockenten, wie sie in den meisten heimischen Gewässern vorkommen, ernähren sich u.a. von Pflanzen, Samen, Weichtieren und Würmern. Durch die teilweise Überfütterung durch Spaziergänger erleiden die Enten einen Nährstoffmangel, da Brot nicht die Nährstoffe enthält, die sie benötigen. Die Enten nehmen dieses Futter an, da diese Nahrungsbeschaffung für sie bequemer ist, als selber auf Nahrungssuche zu gehen. . Es kommt zu einer verhängnisvollen Fehlernährung. Weiterhin kann das Brot in den Mägen der Tiere aufquellen, wenn sie nach dem Fressen Wasser trinken und dadurch die Tiere gefährden.
Verschimmeltes Brot, das manchmal verfüttert wird statt es wegzuwerfen, schadet den Tieren genauso wie jedem Menschen.

Durch das ständige Füttern kann es zu einer Verhaltensänderung der Tiere kommen, wenn sie sich das „Betteln“ bei Menschen angewöhnen.  Zusätzlich verlieren die Enten durch die Gewöhnung die Scheu vor Menschen, was gefährlich werden kann, wenn die Tiere auf die Straße laufen oder Hunden zu nah kommen.

Häufig bleiben auch Brotreste am Ufer liegen, die dafür sorgen, dass Ratten und Mäuse angelockt werden. Diese können Krankheiten übertragen und Futterstellen verschmutzen. Zudem fördert diese ungewollte Fütterung die Verbreitung der Ratten und Mäuse, was zu weiteren Problemen führt.

Wenn Sie füttern wollen, sollte Sie einige Dinge beachten:
1. Kein Brot verfüttern. Besser geeignet ist spezielles Wasservogelfutter aus dem Zoohandel oder dem Baumarkt, klein geschnittene Früchte oder Haferflocken.
2. Das Füttern am besten auf den Winter beschränken.
3. Futter nur am Ufer auslegen und nach dem Füttern Reste wieder einsammeln

Autor: Julia

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